gemütlich auf dem Balkon

gemütlich auf dem Balkon


Donnerstag, 6. Februar 2014



Heute kommen wir pünktlich in Punta Arenas, Chile an. Der Wettergott meint es einmal nicht so gut mit uns, es regnet und die Sicht ist trüb. Natürlich nehmen wir trotzdem an unserem bereits gebuchten Ausflug teil. Es ist eine Panoramafahrt im Bus durch Punta Arenas mit ein paar Fotostopps und ein Museumsbesuch.


Zuerst fahren wir zum Aussichtspunkt Mirador Cerro La Cruz.



Als nächstes besuchen wir das Museum Salesiano Marggiorino Borgatello. Gezeigt wird das Leben der Ureinwohner von Feuerland, die regionale Flora und Fauna.



Weiter laufen wir durch den Hauptfriedhof mit monumentalen Grabstätten.





Das Grabdenkmal von Sara Braun, entstammte einer jüdischen
Herrscherfamilie, welche ursprünglich aus Russland geflüchtet ist 
"...Und schließlich waren da Familienbetriebe wie die der Braun-Menéndez, die mit dem Reichtum aus der Schafszucht ein richtiges Imperium errichteten: Durch die Heirat von Sara Braun und José Menéndez, die 1886 geschlossen wurde, wurden ihre Besitztümer verflochten und gemehrt. Sie reichten von Estancias, Walfangflotten und Schlachthöfen über Bergwerke und Reedereien bis zu Importgesellschaften, Banken und der südlichsten Eisenbahn des Kontinents. Die Ländereien des Familienclans umfassten drei Millionen Hektar. Damit war das Gebiet von den Ausmaßen Belgiens der größte zusammenhängende Grundbesitz, den es jemals in Chile gab. Nicht zuletzt war es ihr Einfluss, der dazu führte, dass der Lebensstil im ursprünglich sehr ärmlichen Punta Arenas aristokratische Züge annahm. In der ehemaligen Strafkolonie veranstaltete man nun Banketts und Autorennen, Zirkusspiele und Geburtstagsfeiern zu Ehren des englischen Königshauses. Was in der Einöde fehlte, wurde einfach importiert: Man ließ Zuchthengste aus Neuseeland und Schäfer von den Hebriden kommen. Aus Italien wurden Marmor, aus England Möbel und aus Frankreich Stoffe importiert. Die Familie Braun-Menéndez schaffte es sogar, die russische Primaballerina Anna Pawlowa zu einem Auftritt an die Magellanstraße zu locken. 1914 endete allerdings der Trubel: In diesem Jahr wurde der Panamakanal eröffnet, und die Hafenstadt geriet ins Abseits..." (Internet) 




Grabmal des unbekannten Indianers:


"...Was überdies nicht vergessen werden darf: Der Reichtum der Schafzüchter wurde auf Kosten anderer erworben, denn die „Erfolgsgeschichte“ von Punta Arenas ging mit einem grausamen Genozid einher. So wurden die Ureinwohner Patagoniens - Völker der Haush, Ona, Yaghan oder Tehuelche, systematisch von den Schafzüchtern ermordet, da sie ab und an Jagd auf die "weissen Guanakos" machten. Die Rechtfertigung für diesen Völkermord lieferte kein Geringerer als Charles Darwin, und die Ur-Feuerländer als "leibhaftige Affenmenschen" abkanzelte. Bis heute erinnert eine bronzene Statue auf dem Friedhof von Punta Arenas an dieses schreckliche Unrecht: Sie zeigt „El Indio Desconocido“ ("Den unbekannten Indianer"), der im Volksmund Indiecito genannt und bis heute als wundertätig verehrt wird..." (Internet)

Zum Abschluss fahren wir zum Hauptplatz (oder Plaza de Armas „Platz der Waffen“)  mit der Statue von Hernan de Magellan:



Eine Figur des Denkmals ist einem Indianer gewidmet: der Sage nach kehrt man nach Punta Arenas zurück, wenn man den großen Zeh des Indianers küsst bzw. anfasst. 
Diese Stelle ist dadurch immer ganz glänzend





Nachmittags lässt der Regen zwar nach, aber wir haben genug gesehen und machen lieber ein ausgiebiges Mittagsschläfchen.







Aus dem Tagesprogramm:
17:00 Uhr: MS Albatros verabschiedet sich von Punta Arenas/Chi und nimmt Kurs auf Kap Hoorn/Chi

Die Fahrt dorthin führt durch einen wahren Irrgarten:





Sonnenaufgang: 06:24 Uhr                                                     Sonnenuntergang: 21:30 Uhr


Freitag, 7. Februar 2014

Heute ist sozusagen ein Seetag mit Ziel Kap Hoorn und dessen Umrundung.
Am Morgen sind wir bei ordentlichem Wetter im Beagle Kanal unterwegs und passieren um ca. 08:30 Ushuaia. Den Ort werden wir morgen anlanden.

Sind natürlich früh aufgestanden, um die Fahrt durch den Beagle Kanal mitzuerleben
Der Beagle-Kanal ist eine natürliche Wasserstraße im Süden Feuerlands (Südamerika), die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Im östlichen Teil verläuft seit 1881 mitten durch den hier stellenweise zwischen knapp unter 2 und etwas über 15 km breiten Kanal die Grenze zwischen Argentinien und Chile. (Wikipedia)


Wir passieren einige eindrückliche Gletscher, z.T. mit Zungen, welche bis zum Wasser reichen und haben Namen wie Romanischer, Holländischer, Deutscher, Schweizer oder Französischer Gletscher














USHUAIA








Gegen Mittag verlassen wir den geschützten Kanal und kommen auf die offene See, die gleich etwas windiger und Wolken behangener ist.

Gegen 14:30 Uhr erreichen wir die Inselgruppe, dann aber bei schönsten Wetterverhältnissen. Es könnte nicht besser sein. Die paar Wolken tragen dazu bei, dass es nicht gar so grell und besser zum Fotografieren ist. Wir verfolgen dieses seltene Ereignis auf dem Steuerbord seitigen Promenadendeck. 


Walblase in Sicht :-)







Gegen 15:00 Uhr passieren wir die Wetterstation, die ganzjährig besetzt ist. Dort steht auch ein Denkmal, welches die Silhouette eines Albatrosses zeigt:





„Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet. Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute, die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde. Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen, denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeiten in die Ewigkeit, wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.“

Und hier gleich zwei echte Albatrosse:





Aus dem Tagesprogramm:
15:00 bis 18:00 Uhr: Passage und Umrundung von Kap Hoorn
"Es handelt sich hierbei um Zirkazeiten. Passage und Umrundung sind abhängig von Wetter, Wind und Wellen sowie Lotsen- und Kapitänsentscheidung."





Um 15:13 Uhr ist es dann soweit. Dort wo der Atlantik auf den Pazifik trifft, ragt eine schroffe Felswand hoch. An über 200 Tagen im Jahr herrscht hier Sturm, und Wellen von etwa 20 m Höhe sind üblich. Wir haben demnach keinen dieser Tage erwischt.



Der Pazifische Ozean (lateinisch pacificus ‚friedlich‘), auch Pazifik, Stiller Ozean oder Großer Ozean genannt, ist der größte und tiefste Ozean der Erde. Wie der Atlantische Ozean grenzt er an alle anderen Ozeane der Erde an. (Wikipedia)

Die Insel Hornos

18:15 GMT = Lokalzeit 15:15



südliche Passage der Insel Hornos!
Bis zur vollständigen Umrundung der Insel Hornos erblicken wir eine Landschaft von bizarrer Schönheit:














Um 16:30 Uhr haben wir dann die Insel Hornos so gut wie umrundet und fahren wieder zurück in den Beagle-Kanal.
Davor und aus lauter Freude über die Umrundung, lässt sich Kapitän Morten Hansen auf dem Vorschiff vor der Kulisse des Kap Hoorns fotografieren. Es ist übrigens seine erste Kap Hoorn-Begegnung als Kapitän eines Schiffes.
Auch wir und sicherlich alle Passagiere sind hell begeistert, dass wir so viel Glück haben, um dieses Erlebnis als Highlight dieser Reise verbuchen zu können.






Die Insel Hornos gehört zu den Hermite-Inseln, welche eine unbewohnte Inselgruppe im Feuerland-Archipel im äussersten Süden Chiles bilden.







Von nun an geht die Reise nur noch nordwärts!


Sonnenaufgang: 06:04 Uhr                                                       Sonnenuntergang: 21:21 Uhr

Fortsetzung folgt hier

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