Hier berichte ich über unsere zweite lange und mehrwöchige Reise mit der
MS Albatros
Manaus bis Buenos Aires
Abenteuer Südamerika im
Winter 2014:
Manaus bis Havanna mit
der MS Albatros mit Nachprogramm in Varadero, Kuba
Gebucht haben wir diese
Reise bereits Ende Februar 2012. Das ist von Vorteil, wenn man eine Reise mit
mehreren Abschnitten in derselben Wunschkabine machen möchte. Nachdem wir erst
gerade Ende November 2011 von der achtwöchigen Herbstreise mit demselben Schiff
zurückgekehrt sind und uns dieses Abenteuer so gut gefallen hat, hatten wir
keine Bedenken, so etwas nochmals zu wiederholen. Ein bisschen beeinflusst hat
uns mein Vater, der auch einmal eine Reise zum Amazonas und nach Brasilien
unternehmen wollte.
Im neu erschienen Katalog von PhoenixReisen haben wir diese Reise "In 99 Tagen rund um Südamerika" (5 Teilabschnitte) gesehen:
(Bilder anklicken, um sie grösser anzuzeigen)
Wir wollten aber nicht schon wieder viele Tage mit zwei Transatlantikfahrten hinter uns bringen und haben darum nur die 3 mittleren Abschnitte ins Auge gefasst.
Nach einer langen Zeit der Vorfreude beginnt nun endlich die Abenteuerreise nach Südamerika:
Manaus - Parintins - Alter do Chao - Curua Una-Fluss: Pacoval - Prainha fällt aus - Macapa/Santana - Sao Luis fällt aus - Fortaleza - neu Recife - Maceio - Salvador d.B. - Buzios - Rio d.J. - Punta d.E. - Montevideo - Buenos Aires
Mittwoch, 8. Januar 2014
Die lang ersehnte Reise kann
endlich beginnen: um 22:23 Uhr beginnt die Zugfahrt ab Basel Bad Bf mit einem
IC-Bummler. Die Station Frankfurt Flughafen erreichen wir gut durchgeschüttelt
um 03:39 eher unausgeruht, da der Zug nur aus altem 2.Klasse Wagenmaterial
besteht, welches dementsprechend rüttelt und rattert.
Donnerstag, 9. Januar 2014
Am Flughafen angelangt,
können wir im Terminal 1 Halle B schon gleich die Bordkarten beziehen. Das
Gepäck können wir erst ab 06:00 Uhr an einem Charterschalter abgeben.
So 'geniessen‘ wir erst mal
einen Kaffee und schlagen die Zeit im Sitzen tot, denn an Schlaf nachholen ist
nicht zu denken, da zu ungemütlich.
Kurz vor 06:00 Uhr gehen wir
zu den Gepäckaufgabeschaltern, wo aber weit und breit keine Mitarbeiter zu
sehen sind. Eine aufmerksame Mitreisende der ‚Phoenix-Gruppe‘ sieht unsere
grünen Anhänger und verrät uns, dass wir um die Ecke auch an den normalen
Schaltern das Gepäck aufgeben können, was wir dann ohne Anstehen erledigen
können.
Mit dem WCHR-Service (für
Gäste (in unserem Fall mein Mann) mit Gehbehinderung) werden wir in einem Wagen bis vor die
Sicherheitskontrolle gefahren. Danach ist es nicht mehr weit bis zum Gate C15
(dieser Weg dann zu Fuss ohne Service!!). Mittlerweile ist es ca. 07:00 Uhr.
Wir sind die ersten
Passagiere, aber es kommen so langsam immer mehr dazu.
Ab 09:00 Uhr ist Boarding
und um 09:35 rollen wir pünktlich zur Startposition.
Während des Flugs in der
Economy wird uns ein Mittag- und Abendessen serviert. Dazwischen kann ich
höchsten ein bisschen dösen oder einen Film auf dem DVD-Player am Vordersitz
anschauen.
Der Flug selbst dauert 11
Stunden und bei Ankunft ist es 15:30 Uhr Ortszeit, da Manaus zur MEZ 5 Std.
zurückliegt.
In Manaus lässt der
Begleit-Service etwas auf sich warten, da ws. die Rollstühle nicht vorhanden sind.
So werden mein Mann und ein anderer Passagier mit den Flugzeug eigenen, fahrbaren
Stühlen zur Gepäckausgabe gebracht. Das sehr kleine Laufband spuckt zwar
laufend Koffer heraus, ist aber etwas überfordert mit so vielen Gepäckstücken.
Schlussendlich gelangen wir
ohne grosse Kontrollen nach draussen, geben die Koffer beim separaten
Koffertransport ab und werden in klimatisierten Bussen während einer ca. ½
stündigen Fahrt durch Manaus zum Hafen befördert.
Dort werden wir von
Phoenix-Mitarbeitern herzlich empfangen (kennen den Einen oder die Andere ja
bereits), mit ersten Infos gefüttert und am Schiffseingang von
Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger begrüsst. Anschliessend kommt das übliche
Einchecken inkl. ein Glas Sekt und Bezug unserer Hernan Cortez Kabine, eine
Suite für 2-3 Personen auf dem Promenadendeck.
Da wir ja zu dritt sind,
haben wir so geeeenüüüügend Platz!
Nach einem 2. Abendessen
im Restaurant Möwe (nur ich und mein Vater, mein Mann bleibt - da schon satt und zu müde - in der Kabine) fallen wir
todmüde in die Federn.
Sonnenuntergang: 18:16
Uhr
Nach einem gemütlichen
Morgen fahren mein Mann und ich am Nachmittag mit einem Shuttle-Service von
Juwelier H. Stern zum Hotel Tropical. Wegen Stau infolge von
Strassenbauarbeiten für die bevorstehende Fussball-WM dauert die Fahrt fast
doppelt so lang, also insgesamt eine Stunde.
Aber im Hotel nutzen wir die
Gelegenheit Geld zu wechseln, allerdings zu einem eher schlechten Kurs 1.9x anstatt
2.40! Dann haben wir nur noch Zeit, um uns umzusehen und an der Bar etwas
zu trinken.
Wegen der bekannten Staugefahr auch auf dem Rückweg, fahren wir
schon nach ¾ Std. wieder zurück. So schlendern wir im Bereich gleich vor dem
Hafen durch die unzähligen Verkaufsbuden.
So werden wir Zeugen, wie ein
europäisches Ehepaar (evtl. Deutsche vom Schiff?) mitten auf der Strasse
beraubt werden. Aber das wird gleich bemerkt und es gibt einen regelrechten
Aufruhr: etliche Einheimische hetzen dem Dieb nach, andere kommen als
Schaulustige dem ‚Spektakel‘ entgegen gerannt, lachen und rufen ‚Bandito‘! Wir
dagegen machen uns so schnell als möglich aus dem Staub und kehren zum
Hafengelände zurück.
Seit Monaco ist der Schwede Mats Nelson der Kapitän auf der MS Albatros. Wir haben ihn schon als kompetenten und sympathischen Schiffsführer auf der Grönlandreise 2012 und der Norwegenreise 2013 kennen lernen dürfen. Eigentlich sollte ab Manaus Kapitän Morten Hansen das Ruder übernehmen. Aber aus persönlichen Gründen, musste er verzichten..... Nun, das Glück ist trotzdem auf unserer Seite, er wird in Rio de Janeiro zusteigen und das Schiff ab Buenos Aires übernehmen. So wird ihn mein Vater doch noch persönlich kennen lernen.
| beide Fotos JS |
Aus dem Tagesprogramm:
18:15 Rettungsübung
19:00 MS Albatros verabschiedet
sich von Manaus/Bra und nimmt Kurs auf Parintins/Bra
19:30 Einlass zum Abendessen
Sonnenaufgang: 05:59 Sonnenuntergang: 18:16
Samstag, 11.
Januar 2014
Eindrücke von der Fahrt nach Parintins:
| Parintins |
| MS Albatros auf Reede |
Um die Mittagszeit gehen wir
vor Parintins auf Reede. Nach dem Mittagessen fahren mein Mann und ich mit dem
Tenderboot an Land, um eine kleine Erkundungstour in der Nähe zu machen. Mein
Vater ist schon früher an Land gegangen, um eine Stadtrundfahrt im Dreirad-Fahrrad
mit Fahrer zu unternehmen. Das haben wir bei unserem letzten Aufenthalt hier
auch gemacht. Ist noch ganz bequem und viel luftiger, als in einem
geschlossenen Fahrzeug.
| Foto JS |
Am Ende der Rundfahrt
treffen wir meinen Vater und gönnen uns zur Erholung und Erfrischung in einer
Freiluftbar am Ufer ein einheimisches leichtes Bier (6 dl = 3 Real). D.h., wir bestellen 2 Flaschen Bier ohne die Grösse zu kennen und für mich eine Flasche Wasser. Der 'Kellner' ist ob der plötzlich massenweise auftretenden Kundschaft wohl etwas überfordert und bringt nur die beiden Flaschen Bier mit 3 Gläsern. Ich, die Bier nicht ausstehen kann, fordere mein vergessenes Wasser nicht ein und koste einen Schluck von diesem Bier...... und es schmeckt mir! Es ist ein leichtes Bier, aber von den insgesamt 1,2 Liter trinke ich sicher fast 3 dl, um meinen Durst zu löschen
Das Wetter ist teils bewölkt, aber trotzdem drückend heiss: ca. 30°C.
Aus dem Tagesprogramm:
19:30 Abendessen und letztes
Tenderboot vom Land zum Schiff
20:00 MS Albatros
verabschiedet sich von Parintins/Bra und nimmt Kurs auf Alter do Chão/Bra
Sonnenaufgang: 05:47 Sonnenuntergang: 18:03
Sonntag, 12. Januar 2014
Da wir weiter nach Osten fahren, erreichen wir eine neue Zeitzone und müssen in der Nacht die Uhren eine
Stunde vorstellen. Somit sind wir zur MEZ noch 4 Std. zurück.
Am Morgen erreichen wir
Alter do Chão, ein Bade- und Ferienort mit Stränden wie in der Karibik.
Speziell ist eine Halbinselzunge, die knapp vor den Ort reicht. Zu den Stränden
dort gelangt man bei höherem Wasserstand trockenen Fusses nur mit Booten,
welche zur Genüge am Ufer bereit stehen. Da der Ort am Zufluss Tapajós liegt,
ist das Wasser etwas klarer als im Amazonas.
Leider spielt heute das
Wetter nicht mit, es regnet aus vollen Kübeln! Da wir den ganzen Tag vor Ort
auf Reede liegen, besteht aber Hoffnung, dass sich die Situation bessert.
Trotzdem muss die geplante Beach-Party mit Barbecue abgesagt werden.
Anfang
Nachmittag regnet es immer noch, so dass ich die Folklore-Showgruppe, welche am
Strand aufgetreten wäre, in der Atlantik-Lounge besuche.
Inzwischen
hat sich das Wetter gebessert, so dass wir uns entschliessen, doch noch an Land
zu tendern. Der Anlegesteg führt direkt auf den nassen Sandstrand. Dann geht’s
über einen Holzsteg weiter zu einem Platz, wo schon die ersten Souvenirstände
stehen. Bis hierhin sind wir bei unserer letzten Reise auch schon gekommen.
Heute wollen wir aber weiter in den Ort über eine Promenade entlang dem Ufer-
und Strandbereich. Von da sieht man dann zu dieser Halbinsel
Da
es Sonntag ist, sind sehr viele Menschen unterwegs.
Auf dem Rückweg zur Anlegestelle kann man so einiges beobachten:
| bei uns gibt's Raben, in Brasilien und auch anderswo in Südamerika gibt es Rabengeier! |
Zusätzlich ist noch ein
zweites Kreuzfahrtschiff mit uns, weswegen es an der improvisierten
Anlegestelle mit der zusätzlichen Körperwärme heiss her geht.
Aus
dem Tagesprogramm:
18:45
Begrüssungscocktail mit anschliessendem Kapitäns-Willkommens-Abendessen21:30 Die grosse Willkommensshow (Vorstellung der Künstler dieses Reiseabschnittes) für die in Manaus zugestiegenen Gäste
23:00 MS Albatros verabschiedet sich von Alter do Chão/Bra und nimmt Kurs auf Curua Una/Bra
Sonnenaufgang:
06:00 Uhr Sonnenuntergang
18:56 Uhr
Montag, 13. Januar 2014
Irgendwo
auf dem Curua Una-Fluss gehen wir vor Anker.
Von Bord kommt man heute nur, wenn
man den Bootsausflug zum Dorf Pacoval gebucht hat. Haben
wir! Um 08:00 Uhr ist Besammlung und Einstieg in ein typisches Amazonas Boot
direkt von der Albatros aus. Die Fahrt dauert ca. 1 Std., während der wir eine
schöne und für Europäer unbekannte Landschaft passieren. Wir sehen dichten
Regenwald, Wasserbüffel, die durch niedriges Wasser waten, diverse Wasser-Vögel
| Leider kann mein Mann nicht an Land, da der Ausstieg zu steil ist. |
| Foto JS. Am Ende der Vorführungen werden wir Zuschauer noch zu einem Tänzchen aufgeboten :-) |
| 'zutraulicher' Wasserbüffel |
Nach ca. 1 ½ Std. vieler interessanter Eindrücke geht die Fahrt wieder zurück zum Schiff. Unterwegs halten wir noch dicht vor einem Schwemmwald an um zu angeln. Hier sollen sich u.a. Piranhas aufhalten. Alle bekommen präparierte Angeln, um ihr Glück zu versuchen. Nach einem eher gewöhnlichen Fisch zieht jemand einen kleineren blauen Piranha hoch. Helle Begeisterung und Aufregung, so ein gefährliches Tier einmal aus der Nähe zu sehen. Zur Beruhigung der Tierfreunde, die Fische werden selbstverständlich wieder in ihr gewohntes Element entlassen.
| Erster kleinerer Piranha |
Aber jetzt kommt‘s noch
besser: mein Mann hat ebenfalls einen grossen schwarzen Piranha am Hacken! Der
Bootsführer kommt gleich zu Hilfe, denn der zappelnde Fisch mit seinen
messerscharfen Zähnen die an Sägeblätter erinnern, kann gefährlich werden. Der
Mann muss vorsichtig sein und hat Mühe, den Hacken aus dem Kiefer zu drehen.
| mein Mann hat einen Piranha an der Angel |
Nach diesem tollen Erlebnis
kehren wir zurück aufs Schiff.
Aus dem Tagesprogramm:
12:30 Mittagessen in beiden
Restaurants
13:00 MS Albatros
verabschiedet sich von Curua Una/Bra und nimmt Kurs auf Santana/Bra
Eigentlich hätten wir am
Nachmittag Prainha besuchen sollen, aber: ‚Wie der Lotse informierte, kann
Prainha aufgrund des Wasserstandes nicht angelaufen werden. Wir müssen der
Lotsenentscheidung Folge leisten und werden nach dem Verlassen von Curua Una
direkt nach Santana/Macapá weiterfahren.‘
Schon schade, auf dieses Dorf (ähnlich wie Pacoval) habe ich mich besonders gefreut, hat mir beim letzten Besuch im Herbst 2011 am besten gefallen. Aber man will nun nicht das Risiko eingehen, um nochmals auf einer Sandbank zu 'parken', wie letztes mal ;-)
Sonnenaufgang:
06:37 Uhr Sonnenuntergang:
18:52 Uhr
Fortsetzung hier



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen