Die grosse Island- & Grönland-Reise 2012
Zuallerst noch das interessante Reisetagebuch: erstellt von zwei Lektoren, die mit an Bord waren:
Osama Mustafa, Glaziologe aus Jena und Klaus Kiesewetter, Expeditionsleiter, Filmfotograf und Produzent von informativen Filmen über die extremen polaren Landschaften und deren Tier- und Pflanzenwelt, sowie dem grössten Regenwald unserer Erde, dem Amazonasfluss von seiner riesigen Mündung in den Atlantik bis ins peruanische Quellgebiet.
Hier die Routenkarte extern
und/oder:
Tipp um (nur) die Bilder grösser anzusehen: auf ein Bild klicken.
Am 1. August fahren wir mit dem Zug von Basel nach Bremerhaven, um zuerst noch eine Nacht im Hotel Haverkamp zu übernachten. So haben wir Zeit, am Morgen des 2. Augusts das Klimahaus zu besuchen. Hier wird eine Ausstellung über Orte und deren klimatischen Verhältnisse entlang des 8. Längengrads gezeigt. Die Reise beginnt in Bremerhaven und führt einmal um die Erde. Dementsprechend sind die Räume auch genauso beheizt oder abgekühlt und befeuchtet, wie es in den entsprechenden Regionen ist! Ist sehr interessant, man wird nicht nur geistig, sondern auch körperlich gefordert.
| Klimahaus, im Hintergrund das Atlantic Sail City Hotel |
Dann endlich gegen 16:00 Uhr dürfen wir wieder einmal mehr die weisse Lady betreten und werden - wie alle Gäste - gleich vom Kreuzfahrtdirektor Thomas Gleiss begrüsst (lässt uns auch liebe Grüsse von Morten Hansen ausrichten, der leider auf dieser Reise nicht als Schiffsführer mit von der Partie ist!) und zufälligerweise von unserem letzten Kabinensteward in unsere Kabine begleitet. Dort dann die nächste Überraschung: ein bunter Blumenstrauss, eine extra Flache Sekt von Waltraud Hansen (Reisebüro 'Willkommen an Bord') und eine schön renovierte Kabine.
| Junior-Suite 7033, Promenadendeck |
Nach zwei ruhigen Seetagen kommen wir am Sonntag, den 5. August bei schönem Wetter in Seydisfjördur auf Island an.
Da wir 2009 schon mal hier waren und damals die Sehenswürdigkeit dort in der Nähe besucht haben, spazieren wir nur durch den kleinen Ort. Obwohl Sonntag, haben einige Geschäfte offen und wir werden so unser erstes isländisches Geld, welches wir am einzigen Bankomaten gezogen haben, wieder los.
| Weiterfahrt Richtung Akureyri |
Am nächsten Tag in Akureyri: hier haben wir eine tolle Fahrt bei schönem Wetter durch den Eyafjord.
| Das Schwesternschiff der MS Albatros: MS Boudicca |
Auch hier haben wir keinen Ausflug gebucht, wir wollen die 17‘000-Einwohner-Stadt zu Fuss erkunden. Der Hafen liegt nicht weit vom Stadtzentrum entfernt. So laufen wir durch die Fussgängerzone bis zur ‚Akureyrakirkja‘. Die Kirche ist bekannt für ihre schöne Orgel und die modernen Buntglasfenster. Auch hat man von dort eine schöne Aussicht auf den Fjord und den Hafen. Gleich in der Nähe ist ein botanischer Garten, wo alle Pflanzen Islands wachsen.
| Die MS Boudicca verlässt vor uns den Hafen. |
| Fahrt in den Sonnenuntergang kurz vor 22:00 Uhr |
So fahren wir ohne allzu überwältigende, aber trotzdem schöne Eindrücke von Island weiter Richtung Ost-Grönland.
Auf nach Kalaallit Nunaat – „Land der Menschen“, so nennen die Grönländer ihr Land!
Nach einem weiteren ruhigen Seetag gehen wir am Mittwoch, den 8. August vor Ammassalik bzw. Tasiilaq (2100 Einw.) auf Reede. Gestaffelt nach Decks werden wir mit den Tenderbooten an Land gebracht. Leider hat sich am Morgen der Nebel verdichtet und sich erst wieder gegen Mittag gelichtet. Ob alle 830 Passagiere an Land gegangen sind, weiss ich nicht, aber der plötzlich aufkommende Menschenschwarm, war für die Bewohner eine mehr oder weniger willkommene Abwechslung. Einige bieten selbstgemachte Souvenirs an, andere müssen sich mit ihren schweren Autos einen freien Weg durch die Orientierung suchenden Kreuzfahrer bahnen. Auch an genügend Jöö-Effekten fehlt es nicht: frei umherlaufende Grönland-Hundewelpen und eine Gruppe Kindergarten-Kinder auf dem Spaziergang sind willkommene Fotosujets.
Um 13:00 Uhr heisst es dann wieder Anker lichten, um die Fahrt Richtung Süden und das Kap Farvel fortzusetzen.
Zum Abendessen werden wir an einen Offizierstisch eingeladen. Diese Einladungen finden mehrmals auf dieser Reise und v.a. an den Seetagen statt.
Am Donnerstag sollen wir also die südliche Spitze von Grönland ganz umrunden. Nun lassen es aber die Wetterverhältnisse und keine den Weg versperrenden Eisberge zu, dass wir schon auf der Hinfahrt die Passage des 100 km langen ‚Prins Christian Sund‘ bei schönem Wetter erleben dürfen. Es ist eine imposante Fahrt durch das mit z.T. sehr hohen und steilen Bergketten gesäumte Fjordsystem. Wir fahren auch ein paarmal an Gletscherzungen vorbei, es sind die südlichsten Ausläufer der Grönlandeiskappe.
| Leider haben wir immer nur die Blase von Walen fotografieren können! |
| Einfahrt in den Prins Christian-Sund |
| es münden immer wieder Gletscherzungen vom Inlandeis in das Fjordsystem |
| Mittagessen vor imposanter Kulisse! |
| es grünt so grün... |
Nach einem Seetag kommen wir am Samstag, den 11. August in Queqertarsuaq (Ort auf der Discoinsel) an. Jetzt haben wir auch den nördlichen Polarkreis überquert und die kurzen, dunklen Nächte werden noch kürzer. Hingegen wurden auf der Fahrt nach Westen die Tage schon viermal um eine Stunde länger. Und in der kommenden Nacht wird die Uhr nochmals um 1 Stunde zurückgestellt, dann werden wir 5 Stunden Rückstand zur MEZ haben!
Schon auf der Fahrt nach Qeqertarsuaq (Godhavn) sehen wir sehr viele Eisberge, wir können uns kaum satt sehen. Wo man hinschaut schwimmen riesengrosse, bizarre Skulpturen von der Natur geschaffen. Wir haben den Eindruck, es seien viel mehr, im Vergleich zu unserer Grönlandreise 2008.
Glück haben wir auch mit den Wetterverhältnissen, so dass wir in die kleine Bucht vor dem Ort hineinfahren können, was die Tenderzeiten verkürzt.
Warm angezogen (Temp. 10-13 Grad) machen wir einen Spaziergang durch den Ort. Besuchen kann man z.B. einen Mini-Supermarkt, ein kleines Souvenirgeschäft, die Kirche. Das Museum an der Anlegestelle ist am Samstag geschlossen und wird für uns nicht extra geöffnet…
Für unsere Ohren etwas ungewohnt sind die jaulenden Schlittenhunde. Die sind jetzt im Sommer natürlich unterbeschäftigt und draussen an langen Ketten angebunden. Die jungen Hunde dürfen aber frei umherrennen.
Nach gut zwei Stunden an Land, haben wir genug gesehen und kehren aufs Schiff zurück.
Und dann heisst es plötzlich: Leinen los bzw. Anker lichten! Obwohl noch nicht alle Gäste an Bord sind!! Und Zeit zum Ablegen ist es auch noch gar nicht. Aber die Erklärung wird uns natürlich sofort mitgeteilt: Eisberge drohen uns den Weg aus der Bucht zu versperren. So wird die Albatros vorsorglich in 'Sicherheit' gebracht und die noch an Land verbliebenen Gäste müssen dann eine längere Tenderfahrt auf sich nehmen. Denen war sicher mulmig zumute, als das Schiff einfach ohne sie wegfährt.
Der nächste Seetag ist neblig und eher ein Tag zum drinnen bleiben. Die Seestärke beträgt 5, das bedeutet ‚grobe See‘. Ist aber gut erträglich, jedenfalls für uns!
Am Montag, 13. August ist das Wetter auch nicht besser: starker Wind hindert uns daran, in Alt-Thule mit den Tenderbooten an Land zu gehen.
| es bilden sich sogar eine Art 'Wasserhosen'! |
| so kreuzen wir abwartend vor der Buch hin und her |
Am Nachmittag bessert sich dann zwar die Wetterlage, aber das Installieren eines Pontons, um trockenen Fusses an Land zu kommen, missglückt. So können wir das zwangs-verlassene Alt-Thule/Dundas und die amerikanische Air-Base nur von weitem sehen. (Die Air-Base hätten wir auch nicht besuchen dürfen und die Amerikaner sind sowieso nicht erpicht, dass jemand den verlassenen Ort Alt-Thule besucht!)
Am Nachmittag misslingt dann ein Versuch auf der anderen Seite, um den Tafelberg herum, mit den Tenderbooten anzulanden:
| so geniesse ich einen heissen Grogg bei der Weiterfahrt Richtung Siorapaluk |
Dafür wird der Tag gegen Abend tatsächlich immer besser und ich kann mich trotz der Kälte gar nicht zum Schlafen in die Kabine begeben. Denn draussen wird es ja auch nicht dunkel und ich meine, jeden entgegen kommenden Eisbergen sichten zu müssen und mich an der Schönheit der Kolosse und der ganz besonderen Stimmung zu erfreuen:
| so hoch steht die Sonne noch um 23:30 Uhr |
| genau um 00:00 Uhr! |
Tatsächlich, bei Sonnenschein, kaum Wind und frisch beschneiten Hügeln erleben wir eine wunderschöne Kulisse bei der Einfahrt in den Fjord nach Siorapaluk:
(Übrigens als erstes Kreuzfahrtschiff dieser Grösse)
| man beachte die Koordinaten! |
Da nur ca. 70 Personen in diesem nördlichsten Ort (auch unserer Reise) leben, können wir über 800 Passagiere natürlich nicht alle gleichzeitig an Land. In Gruppen à ca. 200 Personen sind wir gegen Mittag an der Reihe, in 1 ¼ Std. einen Spaziergang durch das Dorf zu machen. Die zu unserem Schutz vor Eisbären in Qeqertarsuaq zugestiegenen Wächter waren ja in Alt-Thule untätig. So können sie uns hier vor den Schlittenhunden beschützen ;-), die gleich bei der Anlegestellte verteilt an langen Ketten angebunden liegen. Die sind aber mittlerweile (nach einer morgendlichen Fütterung) mehr oder weniger desinteressiert, räkeln sich wohlig in der Sonne und schauen neugierig dem ungewohnten Treiben zu.
| junge Grönlandhunde, die frei herumlaufen und gestreichelt werden dürfen. |
| Der Friedhof |
Bei unserem Landgang sind allerdings nicht so viele Bewohner zu sehen, da ca. 43 von ihnen inkl. alle Kinder in der Zwischenzeit auf der Albatros eingeladen sind. Ihnen wird ein Imbiss und Unterhaltung angeboten. Wir bekommen das ja nicht mit, aber als wir beim Ponton auf die Rückfahrt warten, sehen wir viele glücklich strahlende und mit Farben bemalte Kindergesichter, die gerade vom Schiff zurück gebracht werden. Wir haben inzwischen einen klitzekleinen Einblick in die bescheidenen Verhältnisse der an einem Hang liegenden Siedlung bekommen.
| beim Warten auf die Rückfahrt mit dem Tenderboot |
| Bewohner mit Eisbärfellhose |
| li: ein japanischer Zuzüger, re: Klaus Kiesewetter, Lektor |
| Gletscherzunge am Fjordende |
Am Nachmittag setzen wir die Fahrt fort, jetzt allerdings wieder Richtung Süden. Dabei fahren wir der Küste entlang und passieren Qaanaaq (ca. 650 Einw., auch Thule nach der Region benannt):
| hinter den Eisbergen liegt Qaanaq |
Weil sich das Wetter in der Zwischenzeit bei der Diskobucht verschlechtert hat und uns der Weg zwischen Festland und Diskoinsel durch Eisberge versperrt wird, müssen wir den Kurs Richtung Süden ändern. Der für Mittwoch geplante Halt in Upernavik muss links liegen gelassen werden, damit genug Zeit bleibt, um die Diskobucht und Ilulissat übers offene Meer zu erreichen.
Am Donnerstag, den 16. August haben wir das grosse Glück, bei wieder schönstem Wetter vor Ilulissat (=Eisberg) auf Reede zu gehen. Zwischen Eisbergen manövrierend, hat uns der Kapitän und wohl auch der Eislotse sicher an einen nahen Ankerplatz gebracht.
Hier wollen wir einen Helikopterrundflug über den 55 km langen Eisfjord und bis zum Inlandeis machen. Beim ½-stündigen Halt auf einem Felsen haben wir dann einen atemberaubenden Blick auf die Abbruchkante des Gletschers und den mit dicht gepresstem Eis gefüllten Fjord.
Vom Rückflug noch ein Paar Fotos auf den Eisfjord: es handelt sich hier um noch dicht gedrängte Eisbrocken, die Richtung offenes Meer drifften.
Nach dem Flug laufen wir dann noch ein bisschen durch Ilulissat, wobei wir bei mittlerweile 19 Grad und zu warm angezogen ins Schwitzen kommen.
Vor 4 Jahren waren wir ja schon einmal hier und haben v.a. in der Eissituation einen merklichen Unterschied festgestellt. Durch die Klimaerwärmung produziert der Gletscher noch schneller Eisberge, die dann in die Diskobucht entlassen werden und dort sehr oft die Einfahrt für grössere Schiffe verhindern. Die MS Artania nur eine Woche vorher, konnte nicht nach Ilulissat fahren!
Hier Aufnahmen von unserer Reise 2008:
Ein weiters Highlight und Überraschung des Tages ist dann die Wegfahrt von Ilulissat: wir fahren so nah wie möglich an den grossen Eisbergen am Ende des Eisfjords vorbei, während dem hier wieder stattfindenden Sonnenuntergang. Traumhaft!
Noch ein Video unserer Reise von 2008:
Am Freitag, 17. Auaugst sind wir in Sisimiut, der zweitgrössten Stadt von Grönland mit ca. 5400 Einwohnern. Wieder schönes Wetter und gegen 15 Grad warm. Wir nehmen uns ein ein Taxi und lassen uns in den Ort hochfahren. So können wir bequem runterspazieren und sehen, an was wir uns noch erinnern können. Waren 2008 auch schon hier!
| Zuallererst sehen wir den Friedhof... |
| die neue Kirche |
| rechts im Hintergrund die MS Albatros auf Reede |
| Der Bogen besteht aus den Kieferknochen eines 1902 im Fjord gestrandeten Grönlandwales. |
| links die alte Kirche, in der Mitte erhöht die neue Kirche |
| Weg Richtung Hafen und zu den Tenderbooten. |
Am Samstag, 18. August erreichen wir Kangerlussuaq, der am Ende des 190 km langen Söndre Strömfjord (= grosser Fjord) liegt. Leider sind wir hin- und zurück bei eher dunklen Lichtverhältnissen durchgefahren. Die imposanten Bergketten, die den Fjord säumen, sind von der Farbe, Form und Grösse her sehr beeindruckend.
Der kleine Ort Kangerlussuaq selber ist v.a. ein Flughafen, entstanden aus einer ehemaligen
amerikanischen Militärbasis und liegt ca. 3-4 km entfernt von der Anlegestelle.
| Ausflugsbus bei der Anlegestelle |
| Rabe, der dort nach Fressbarem sucht. |
Also abgesehen von der Natur nichts Sehenswertes. Darum haben wir aus zwei Ausflügen einen gewählt: eine Landschaftsfahrt, um evtl. Moschusochsen zu sehen. In der Gegend sollen bis zu 14 000 von diesen Wolle spendenden Tieren leben. Leider haben wir Pech, die Brücke, welche uns zu einer Seite bringen soll, wo die Chance am grössten wäre Moschusochsen zu sehen, war vor 3 Wochen vom anschwellenden Fluss mitgerissen worden. So machen wir ‚nur‘ eine Sternfahrt in der Nähe des Flughafens, um sehr weit entfernt einen Ochsen mit dem Fernglas zu erblicken. Und ist auch nur als etwas Lebendiges zu erkennen, weil sich dieser mögliche Stein bewegt!
| Flughafen mit startendem Flugzeug |
| kaputte Brücke |
| Stein mit glitzernden Einschlüssen |
| einziger Moschusochse, den wir von sehr weitem identifizieren konnten! |
| zurück aufs Schiff |
Die nächsten 3 Bilder sind Aufnahmen von 2008:
Aber eine Gruppe hatte noch mehr Pech als wir: bei denen hatte der Bus schon bald eine Panne. Ein Ersatz hatte eine Stunde gedauert, aber nicht mehr für die komplette Tour gereicht. Diejenigen, welche gut zu Fuss waren, sind dann wieder zurückgelaufen. Eine Reise nach Grönland ist eben eine Abenteuerreise.
Wenigstens ist das Wetter wieder schön und viel wärmer, als wir uns dafür angezogen haben.
Anfangs waren 10 Grad noch s..kalt, aber jetzt haben wir uns mehr oder weniger daran gewöhnt.
Wenn’s dann mal an der Sonne über 20 Grad wird und man noch für kältere Temperaturen
angezogen ist, kommen wir schon ins Stöhnen.
Für den Abend hat sich die Reiseleitung etwas Aussergewöhnliches einfallen lassen: Eine Christmas-Show mit Weihnachtsmarkt! Der Kinderchor singt zusammen mit Katrin Wiedmann Weihnachtslieder, dann gibt's am Weihnachtsmarkt viele Aktivitäten wie Büchsen werfen, Roulette, Eisgolf und vieles mehr, sowie eine Tombola mit attraktiven Preisen.
Drinnen gibt es wie immer flotte Unterhaltung von Angelo
| Aufnahme von 2008 |
| 2008 bei wesentlich schlechterem Wetter: die Erlöserkirche |
| 2012: Blick Richtung Hans Egede-Denkmal... |
| ... dieser war ein norwegischer Pfarrer dänischer Abstammung. Er ist auch als „Apostel der Grönländer“ bekannt. |
| Katuaq Nuuk: ist ein kultureller Treffpunkt und Veranstaltungsort für Theater, Konzerte und Kunst aus Grönland, Skandinavien und dem Rest der Welt |
| Blick von drinnen nach draussen |
| Skulptur in der Fussgängerzone |
| auf dem Weg Richtung Hafen und MS Albatros |
| nach dem Auslaufen Blick zurück zu einem Aussenquartier von Nuuk |
Am Montag, 20. August besuchen wir den letzten Ort unserer Reise in Grönland: Qaqortoq
Schöne bunte Häuser am Hang gelegen, viele mit schön gepflegten Gärten, soweit dies der steinige Boden zulässt. Aber doch am meisten begrünt und bepflanzt, der südlichen Lage wegen. Hat uns von der Ortschaft her eigentlich am besten gefallen:
| gelber Mohn |
| der einzige Brunnen Grönlands |
| Robbenfleisch gehörte zu den Grundnahrungsmitteln der Inuit! |
Nun folgen 2 Seetage bis Island. Diesmal passieren wir die Südspitze von Grönland beim Kap Farvel, fahren also nicht durch den Sund.
An beiden Seetag müssen wir um 12:00 Uhr jeweils eine Stunde zurückgeben und nachdem wir schon vor Ilulissat die erste Stunde verloren haben, sind wir nun nur noch 2 Stunden im Rückstand zur MEZ. Die Zeitumstellung an den Seetagen über Mittag ist vorteilhaft, so wird der lange Tag kürzer und die kurze Nacht nicht noch kürzer
| Beim Zuschauen, wie andere Passagiere... |
| ...auf dem Promenaden-Deck spazieren gehen |
| Kurs Richtung Reykjavik |
Am Donnerstag, dem 23. August haben wir wieder festen Boden unter den Füssen: die isländische Hauptstadt Reykjavik ist erreicht, sie ist zugleich die nördlichste Hauptstadt der Welt und zählt ca. 120'000 Einwohner. Ganz Island hat um die 320'000 Einwohner (Stand März 2012).
Unser Tagesausflug 'Gletscher-Abenteuer' beginnt pünktlich um 08:15 Uhr. Die Fahrt geht erst einmal nach Thingvellir. Dies ist ein Tal, umgeben von mächtigen Basaltfelsen und diente seit 930 über fast neun Jahrhunderte hinweg als das älteste, demokratisch gewählte Parlament (Allmännerschlucht). Sehr imposante Landschaft mit eben diesen Felsen und im Tal langestreckte Seen. Sie gehört auch in die Linie, wo sich der amerikanische und der europäische Kontinent jährlich um wenige Zentimeter auseinander bewegen.
| auseinandergespaltene, versteinerte Lavastrukturen |
| linke Ecke die Allmännerschlucht |
| Allmännerschlucht |
zum Gletscher Langjokull. Dort, noch nicht auf dem Gletscher, bei einer Hütte, steigen wir in ein Fahrzeug um, das über den Gletscher inkl. kleine Spalten und Bäche fahren kann.
Leider fängt es zum Nebel hinzu an zu regnen, so dass wir alle nass einsteigen müssen,
Kondenswasser schlägt sich an den regenbenetzten Scheiben nieder und somit können wir während der Fahrt kaum raussehen. Nach einer ½ Stunde Holperfahrt erreichen wir das Ziel. Hier ist es dann trocken und nur noch bedeckt. Bis zum Horizont ringsum sehen wir nur weissen Gletscher, der allerdings etwas matschig ist.
Wegen möglicher Gletscherspalten dürfen wir uns allerdings nicht zu weit vom 8-rädrigen Monsterfahrzeug (MAN) entfernen. Aber es ist ein lustiges Erlebnis, nicht all zu kalt und nicht alltäglich.
| Auf dem Rückweg |
Der Rückweg ist wieder die reinste Ruckelfahrt über all die Spalten, bis es kurz knallt und wir stehen bleiben: nach Minuten der Ungewissheit, wird uns mitgeteilt, eine Schneekette am rechten
Vorderrad wäre gerissen. Aber das wäre kein Problem, die Kette würde jetzt ganz entfernt und wir könnten dann auch so weiterfahren. Glücklicherweise spielt sich dies alles so ab und wir kommen
mit ca. ½ Stunde Verspätung bei der Hütte an. Dort essen wir den mitgebrachten Lunch.
| und weiter geht's |
Die Rückfahrt zum Schiff geht nicht den gleichen Weg zurück, wir machen auf unserer Rundreise noch weitere Stopps am Wasserfall Hraunfossar
...und an der wasserreichsten Heisswasserquelle Europas, Deildartunguhver:
Es ist die ergiebigste Thermalquelle der Welt, mit durchschnittliche 180 Litern pro Sekunde und 100 Grad heissem Wasser, wird sie zur Stromerzeugung und Heisswasserverteilung genutzt. Insgesamt eine schöne Landschaftsfahrt mit vielen schönen Fotomotiven.
Es folgt ein Seetag, den man kurz vor Ende der Reise noch so richtig geniessen möchte:
| wir werden von einem Schwarm Basstölpel begleitet |
| junger Basstölpel |
| Seekarte, die am Ende der Reise für einen guten Zweck verlost wird. Wir hatten wie immer kein Glück... |
| Restaurant Pelikan, renoviert im Dezember 2011 |
Am Samstag, 25. August sind wir einen halben Tag in Thorshavn auf Streymoy, der grössten Färöer-Insel. Da schon ein anderes Schiff am Pier liegt, müssen wir auf Reede liegen bleiben und tendern. Da wir nun etwas 'tendermüde' sind und es nicht erwartet haben, sind wir darüber nicht gerade froh. Aber wir nutzen die Zeit und besuchen das hübsche Städtchen, wo Gras auf den Dächern wächst. Dies bei trockenen, aber 8 Grad kalten Wetterverhältnissen:
| auf dem Weg zum Stadtpark |
| ein paar Bilder Stadtpark: |
| Blick zur Undir Bryggjubaka |
| Domkirche von Thorshavn |
| Blick nach Vestara (=Stadtteil) |
| in der Tinganes |
| Tinganes Strässchen |
| Undir Kjallara |
| Kongabrugvin |
| Blick zum historischen Stadtteil die Halbinsel Tinganes |
| Wegfahrt von den färöischen Inseln |
Der letzte Landgang dieser Reise liegt hinter uns. Wir sind zwar etwas wehmütig, aber doch langsam froh, wenn wir die kalten Regionen hinter uns lassen können und wieder einmal Temperaturen wenigstens über 20 Grad erleben dürfen.
Aber insgesamt war es eine erlebnisreiche und trotz wiederholten Anlaufstellen (ausser Ammassalik, Fahrt nach Alt-Thule und Siorapaluk, waren wir schon an allen Destinationen) eine eindrückliche Reise in den hohen Norden. Die Schifffahrt konnten wir geniessen, da Poseidon sehr gnädig mit uns war und die Gewalt des Meeres und der Winde nicht an uns austestete.
Der letzte Seetag verläuft ebenfalls ruhig - abgesehen von der Packerei - so dass wir am Montag, 27. August erholt in Bremerhaven ankommen.




Erinnerungen an eine wunderbare gemeinsame Reise ... C+C
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