gemütlich auf dem Balkon

gemütlich auf dem Balkon

Stille Fjorde, blaue Gletscher und ewiges Eis


Teil 2

12.8. Honningsvag
13.8. Hammerfest
14.8. Svolvaer
15.8. Rørvik
16.8. Molde
17.8. Geiranger und Ålesund
18.8. Bergen
19.8. Seetag
20.8. Bremerhaven






10. Tag, Mittwoch 12.8.2009
Honningsvag. Norwegen. Wie abgemacht, erwache ich gerade noch rechtzeitig, um das Ende der Bäreninsel zu sichten. Die Aufnahme habe ich um 02:52 gemacht. Trotz der Bewölkung ist es recht hell.


Heute nehme ich mir Zeit, mal etwas Wäsche zu waschen. Auf Deck 3 gibt es einen Waschsalon, wo 4 Waschmaschinen und 4 Trockner stehen. Ziemlich neue, denn im Sommer 2008 waren es noch je 2 altertümliche WM und Trockner. Ein Waschgang inkl. Waschpulver kostet € 3.--, direkt in ein Kästchen geben, der Trockner ist kostenlos. Ebenfalls kostenlos ist die Benutzung der 2 Bügeleisen. Ideal, wenn man nur mal etwas Aufbügeln möchte.

Am Nachmittag nehmen Wind und Wellen allmählich zu und um 15:30 ist dann Seestärke 6 erreicht. Verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass ich überhaupt nicht seekrank werde, wie ich das schon geworden bin.

Da spritzt schon mal das Wasser aus dem Pool hoch!


Um 18:00 gibt’s Abendessen und um 19:15 Uhr landen wir in Honningsvag. Leider ohne etwas von der norwegischen Küste oder gar dem Nordkap gesehen zu haben. Das Wetter ist miserabel: Nebel und es regnet in Strömen. Toll, so hat man sich einen Ausflug ans Nordkap nicht vorgestellt.


Einigermaßen wasserdicht angezogen besteigen wir dann den Bus, der uns zuerst noch zu Herrn Nils und seinen Rentieren bringt.


Er stellt sich in seiner Samentracht und einem Rentier zum Fotografieren in Position. In einem umgebauten Stall verkauft seine Frau allerlei Souvenirs.



Auf der weiteren Fahrt zum Nordkap ist der Nebel mehr oder weniger dicht. Als wir dann bei der Nordkaphalle ankommen, sieht man so gut wie nichts. Wir hätten irgendwo sein können!

Mit einem Übersichtsplan bewaffnet gehen wir zuerst mal Richtung Kino und können in die gerade beginnende Vorstellung um 21:00 Uhr noch reinschlüpfen. Gezeigt wird auf einer Panoramaleinwand ein 15 minütiger Film über das Nordkap. So bekommen wir doch einen Eindruck, was es denn zu sehen gäbe, wenn der Nebel nicht wäre!!!!

Leider hilft uns und den anderen Gästen der Film aber nicht, den richtigen Ausgang aus dem Gebäude zu finden, um zur Weltkugel zu kommen. Denn ein Blick aus den Fenstern hilft ja eh nicht.
Die Nordkaphalle, rechts hinten ist der Ausgang.

Aber dann finden wir den richtigen Ausweg und durch dichten Nebel schimmert in der Ferne ein orange leuchtendes Licht: das muss der Globus sein. Da es aber noch dazu stark windet und quer regnet, bin ich von uns drei die Einzige, die die ca. 100 m (? kommt mir wenigstens so vor) zu diesem Eisengerüst zurücklegt. Da will ich jetzt nicht verzichten und auch sagen können, ich war mal auf der Plattform vom Nordkap.

Das Nordkap 77°10'21''

Um 22:00 Uhr nehmen wir dann schon wieder einen Bus zurück zum Schiff, wo wir noch zu später Stunde einen Late-Night-Snack genießen.
 
MS Albatros im Hafen Honningsvag

11. Tag, Donnerstag 13.8.2009
Hammerfest. (="Festmacherstelle”) Ankunft um 07:00 Uhr, trockenes Wetter, bedeckt, 11-14° C. Kommen also wieder in wärmere Gefilde.



Hier gibt es keine geführten Ausflüge. Wir machen am Anleger der Hurtigruten fest und dort ist auch gleich der “Eisbärenclub”. Für eine einmalige Spende ist man Mitglied auf Lebenszeit und wird zu der jährlichen Mitgliederversammlung im Januar eingeladen. Das Museum beherbergt eine Sammlung arktischer Exponate.


Vom Schiff aus geht man zu Fuss in den Ort z.B. in die St. Michael Kirche, die ein Mosaik besitzt, welches aus mehr als 10‘000 Teilen besteht.


Mein Onkel und ich wollen uns aber lieber die Beine vertreten und erklimmen den Aussichtspunkt Salen. Über einen Zickzackweg kommt man auf 80 m Höhe, wo man tatsächlich einen schönen Überblick über Hammerfest hat.






Wieder unten besuchen wir noch ein paar Marktstände und Souvenirshops.


Um 11:00 Uhr geht‘s schon wieder weiter Richtung Lofoten entlang der norwegischen Innenpassage. Die Distanz beträgt 298 Seemeilen.
Die Trollfjord






12. Tag, Freitag 14.8.2009
Aufnahme 06:17 Uhr

Svolvaer, Lofoten. Um 09:30 Uhr befahren wir zuerst noch den Trollfjord. Er ist nur gerade 2 km lang, aber wegen seiner Enge, streckenweise nur 100 m breit und seinen hohen (1156 m), steilen Felswänden sehr sehenswert. Am Ende dreht sich dann die 205 m lange MS Albatros um die eigene Achse. Also viel länger dürfte hier ein Schiff nicht sein, um dieses Manöver zu vollbringen.








13:00 Uhr dann Ankunft in Svolvaer, d.h. wir sind auf Reede und bereits um 13:15 beginnt das Ausbooten der Gäste, die einen Ausflug gebucht haben.


Mein Mann und ich können als freie Landgänger erst um 14:10 von Bord. Fast wären wir auch über Bord gegangen: ein ungünstiger Seegang bewirkt, dass das Tenderboot vom Wellengang immer wieder etwas weg bzw. ruckartig nach oben und unten zur Schiffstreppe/Steg schaukelt. Die beiden Helfer beim Tenderboot müssen die Gäste in einem günstigen Moment regelrecht ins Boot “werfen”! Da mein Mann ja nicht viel Kraft in den Beinen hat, ist’s schon etwas brenzlig. Dafür hat er Kraft in den Armen und kann sich dann auch gut festhalten.

Ansonsten ist das Wetter noch ganz freundlich, leicht bewölkt und so machen wir einen Spaziergang durch den Ort. Gleich bei der Anlegestelle ist ein größerer Platz auf dem ein Markt stattfindet.

Stockfisch


Ein Troll



Folgenden Satz habe ich einmal im GEO gelesen, der mir besonders gut gefällt:

„Die Lofoten im Winter kann man sich ungefähr so vorstellen wie die Schweizer Alpen, die jemand dreitausend Meter tief im Meer versenkt hat. Täler, Almen und Wälder sind weg, nur noch die Gipfel schauen heraus.“



13. Tag, Samstag 15.8.2009
Rørvik. Heute Morgen gibt’s noch während der Fahrt eine Attraktion bzw. ein “Phänomen” zu besichtigen: Es ist ein Loch in einem Berg, das Torghattan bei Brønnøysund. Es ist 160 Meter tief, 35 Meter hoch und 15-20 Meter breit.

Um das Loch im Berg rankt sich eine Sage: Der ungehorsame Sohn des Königs Vågekallen, Hestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige König Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen. Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hat. (Quelle: Wikipedia)
Die 7 Schwestern hier sind eine Bergkette, also nicht verwechseln mit den 7 Schwestern = 7 Wasserfälle im Geirangerfjord!

Diese Passage steht nicht im Tagesprogramm und ist unerwartet. Ich bin gerade auf dem Promenadendeck und hoffe, dass mein Mann das auch mitbekommt, denn ich habe ihn schon seit längerem nicht mehr gesehen und entdecke ihn auch jetzt nirgends. Später treffen wir uns und ich erkundige mich, wo er denn war. Ja, der Schlaumeier war auf der Brücke beim Kapitän!
Dieser hat ihn schon lange vor dem „Loch“ auf die Brücke geholt und ihm den Platz auf der "Kanzel" (Fachbegriff wäre Nock) fürs Fotografieren überlassen. So was, und das habe ich nicht mitbekommen. Morten Hansen wollte ihm das Gedränge ersparen, das jeweils an der Reling herrscht, wenn‘s was zu sehen gibt. Ist halt ein Lieber, der Kapitän und besorgt um seine Passagiere.

Nun nähern wir uns dem Städtchen Rørvik (2700 Einw.) auf der Insel Vikna. Es ist ein kleiner Ort, der zwar von Hurtigrutenschiffen angefahren wird, aber kaum von Kreuzfahrtschiffen. Die MS Albatros landet hier innert kurzer Zeit zum zweiten Mal. Das Schiff fährt jetzt zwischen Inseln und Schären durch, es ist eine wunderschöne Landschaft, die wir vom Vorschiff aus bewundern.



Gegen Mittag sind wir beim Anleger und werden schon von neugierigen Einwohnern erwartet. So ein Kreuzfahrtschiff ist halt schon was besonderes.

Nach dem Mittagessen, welches wir draußen vor der Harry’s Bar an der Sonne genießen, gehen wir von Bord und erkunden das Städtchen zu Fuss.

Speicherhäuser aus dem 19 Jh.



Im 2004 eröffneten Norveg-Museum (Küstenmuseum) macht man eine Zeitreise durch 10’000 Jahre Küstengeschichte.

Es ist ein schöner Tag mit viel Sonnenschein, so dass wir, bevor wir aufs Schiff zurückkehren, uns noch auf eine Bank in der Fussgängerzone setzen und die Sonne und Wärme geniessen. Das erste Mal seit unserer Abreise habe ich wieder einmal das Gefühl, dass wir ja in der sommerlichen Jahreszeit sind!

Heute Abend findet das Gäste-Cabaret statt: Gäste unterhalten Gäste. Es ist eine bunte Mischung aus Gesang, Tanz und Humor. Dafür haben sich schon Tage vorher einige Passagiere gemeldet, um heute etwas neu Einstudiertes oder etwas Eigenes den anderen Gästen zu präsentieren. Aus Erfahrung kann das ganz unterhaltend und lustig sein, aber wir streiken! Wir haben schon die anderen Showdarbietungen nicht besucht, nachdem wir am 1. Abend alle Künstler, die uns vorgestellt wurden, begutachtet haben. Irgendwie hat uns niemand so richtig vom Sessel gehauen und dann sitzen wir abends lieber gemütlich in einer Bar und unterhalten uns über den Tag, den wir vielleicht gar nicht alle zusammen erlebt haben.
Aber einmal waren wir im Bordkino und haben uns den neuesten Bond-Film angesehen. Es werden abends immer Spielfilme und tagsüber ab und zu Info- bzw. Dok-Filme gezeigt, z.B. zum Thema Hurtigruten, Polarlichter, über die Länder des hohen Nordens oder auch die Antakrtis.
Es sind auch Lektoren an Bord, die interessante Vorträge über die Länder, die wir ansteuern, halten.

14. Tag, Sonntag 16.8.2009
Molde. Heute ist schon wieder fertig mit Sommer. Es ist regnerisch und bei der Ankunft in Molde hängen Nebelschwaden oben in den Bergen. Genau dort wollen mein Onkel und ich am Nachmittag hin, zu einer Wanderung am Berg Varden.

Aber erst müssen wir noch anlegen. Und auch hier bekommen wir ein Empfangs-Komitee: eine Musikkapelle spielt in einer geöffneten Garage im Trockenen

links: das gläserne Hotel Rica Seilet

Gegen 14:00 Uhr geht‘s dann für die Wandergruppen los. Mit einem Bus fahren wir zuerst durch Molde, bevors dann zum 407 m hohen Aussichtspunkt auf dem Berg Varden geht. Hier sind wir dann oberhalb von Nebelschwaden und sehen darum kaum ins Tal, also nichts mit Aussicht.

Dann wandern wir alle zusammen einen schmalen Weg Richtung Molde wieder hinunter.


Ca. 40 Min. bis zur Storli Hütte. Von hier aus hat man dann wieder einen herrlichen Blick hinuter in die Schärenlandschaft

Etwa 30 Min. weiter durch Waldgebiete.....









....zum Romsdalenmuseum, ein Freilichtmuseum mit wieder errichteten historischen Gebäuden aus der Provinz.

norweische Waldkatze


Gleich daneben Aussicht vom Rekneshügel

Jetzt geht’s noch durch den Reknespark und schon sind wir wieder gegen 17:00 Uhr zurück in Molde.

In der Zwischenzeit hat mein Mann eine Atlantikküstenfahrt gemacht:


15. Tag, Montag 17.8.2009
Geiranger. Heute heißt es früh aufstehen: um 05:30 Uhr beginnt die Einfahrt in den Geirangerfjord. Es ist ein Highlight, welches wir nicht verpassen möchten. Auf dem Vorschiff sind erst wenige Passagiere, alle warm angezogen und wie wir mit Fotoapparat und Videokamera bewaffnet.
Die Stimmung ist eindrücklich, in vollkommener Ruhe gleitet das Schiff durch das spiegelglatte Wasser durch diese imposante Landschaft.



Um 06:15 gehe ich wohl oder übel doch noch etwas Frühstücken, denn ich muss mich um 07:00 Uhr für die “Wanderung Berg Westeras” beim Treffpunkt in der Atlantik-Lounge einfinden. “Meine beiden” Männer gehen später auf eigene Faust nach Geiranger.

Hier liegt die Albatros auf Reede. Also wieder zuerst Tenderboot fahren und gleich in den richtigen Bus einsteigen. Leider regnet es und so wird diese Wanderung eine regelrechte Schlammschlacht! Aber der Reihe nach.

Der Bus fährt uns hinauf bis Hole. Dort steigen wir aus und es beginnt eine 1. Etappe vorbei am Berghof Westeras bis zu einer Stelle (08:10 Uhr), wo man einen großartigen Blick auf den Geirangerfjord hat. Es ist eine echte Belohnung für gut 30 Minuten bergauf und bergab wandern, über ziemlich “pflotschige” (schweiz. für matschige) Wege. Einige haben jetzt schon nasse Schuhe!
Marco Polo

Nun geht’s über die Hälfte des Weges wieder zurück zum Berghof, wo wir Kaffee und Waffeln serviert bekommen. Nur schon zum Aufwärmen ist es eine Wohltat.

Gegen 09:00 Uhr heißt es dann aber wieder alle raus und die 2. Etappe in Angriff nehmen. Jetzt wollen 2-3 Gäste wissen, was auf uns zukommt. Als sie hören, dass es noch steiler und länger wird, brechen sie die Übung ab.

Nun geht die Wanderung auf z.T. unbefestigten Naturpfaden (steht so im Programmheft) mit abschnittweise anspruchsvollen Steigungen zum Storseter Wasserfall. Auch für meine an Fitness gewöhnten Knochen ist es recht anstrengend und ich wäre jetzt doch froh um einen Wanderstock. Den hätte man am Beginn des Weges ausleihen können. Denn es gibt immer wieder Stellen, wo der Boden so schlammig durchnässt ist, dass man froh um einen Halt wäre. Aber ich hab’s geschafft, nicht auszurutschen und hinzufallen. Aber der Hosenboden anderer Gäste machte wohl Bekanntschaft mit der braunen Schmiere.

Nach einer guten Stunde sind wir endlich oberhalb des Wasserfalls auf einer kleinen Wiese angekommen. Dort oben ist schon eine Gruppe des Kreuzfahrtschiffes Marco Polo. So müssen wir etwas warten, bis wir zum eigentlichen Höhepunkt dieser Wanderung kommen. Über einen schmalen, steilen und steinigen Weg kann man dem Felsen entlang unter den Wasserfall hinunter steigen.
Das ist ein tosendes Erlebnis!

So, nun besteht uns noch ein glitschiger Rückweg bevor. Es geht zwar alles bergab, aber nicht ungefährlicher punkto Rutschgefahr!
Aber wie schon gesagt erreiche ich Hole unbeschadet. Dort wartet der Bus auf uns und bringt alle wieder nach Geiranger zurück. Da es aber schon 11:30 Uhr ist und letzter Einschiffungstermin, bleibt keine Zeit mehr, uns im Ort selbst noch etwas aufzuhalten. Das letzte Tenderboot wartet noch, um uns zum Schiff zurückzubringen.
Puh, das war ein Morgen! Erschöpft und dreckig bis fast zu den Knie bin ich froh, an der Wärme zu sein. Mit einem Mordsappetit. Aber zuerst möchte ich noch etwas von der Rückfahrt aus dem Geirangerfjord draußen auf Deck miterleben.

Am Nachmittag sind wir alle etwas müde und gönnen uns einen Mittagsschlaf.

Den Rest des Tages planen wir folgendermaßen: da wir von 18:00 bis 21:00 Uhr in Ålesund sein werden, lassen wir das Abendessen sausen und füllen unsere Mägen stattdessen mit Kuchen oder Sandwiches während der Tee- und Kaffeestunde ab 16:00 Uhr. Heute ist das Thema Wiener Kaffeehaus! Also recht deftige Kuchenspezialitäten aus Österreich. Da kann man sich den Bauch locker voll schlagen.
Das Schiff erreicht Ålesund schon um 17:00 Uhr, so dass wir vor 18:00 Uhr von Bord gehen können. Es ist ein hübscher, malerischer Ort





Wir bummeln durch das Städtchen und stechen ab und zu in ein Geschäft, welche z.T. noch offen haben.
Erst gegen 20:00 Uhr kehren wir aufs Schiff zurück.

Aber heute Abend setzten wir uns doch einmal schon früh in die Atlantik-Lounge, um einen guten Platz für die Crew-Show zu erhalten. Die wollen wir auf keinen Fall verpassen.



Mira
Mefi, 3. von rechts ist unser Zimmermädchen

Kiona in ihrem Element


Ein Kellner (Irwin) singt alleine ein Duett, im Wechsel als Mann UND Frau verkleidet



Oberkellner Canada, Kapitän Morten Hansen, Barkellnerin Nova

Diese Show ist bis auf den letzten Platz inkl. Zusatzstühle besetzt und hat das ganze Publikum begeistert. Auch wir sind ganz aufgekratzt und darum noch nicht müde, aber hungrig. Glücklicherweise gibt’s ja noch das Mitternachtsbuffet!

16. Tag, Dienstag 18.8.2009
Bergen. Heute ist unser letzter Landgang. Schon eine Stunde früher als angesagt, sind wir um 09:00 Uhr in Bergen am Skoltegrunnskaien. Es herrschen schöne Wetterbedingungen, es wird bis 18°C warm. Da mein Onkel im Gegensatz zu uns ein Museumsgänger ist, wird er den Tag ohne uns verbringen. Er besucht u.a. das Akvariet. Hierbei handelt es sich um ein Aquarium an der Spitze der Landzunge, südlich des Hafens. Es gibt Seehunde und Pinguine im Freien und mehr als 50 Aquarien mit Fischen und Korallen zu sehen.

Mein Mann und ich gehen am späten morgen zu Fuß entlang der Bradbenken-Strasse Richtung Bryggen. Das sind im 14 Jh. für Hanseleute erstellte Gebäude. Die hölzernen, schiefen Giebelhäuser brannten leider mehrmals nieder. Die heutigen Gebäude stammen also erst aus dem Jahr 1702, ein Teil besteht auch erst seit 1956. Heute beherbergen die Häuser Läden (v.a. Souvenirs), Kunstgalerien, Restaurants und ein auf alt getrimmtes Hotel.




Trolle sind (als männliche Gegenstücke zur Fee, Elfe oder Hexe) oft (nicht nur) schadenbringende Geisterwesen in Riesen- oder Zwergen-Gestalt. In Norwegen als Souvenir sehr beliebt.
Wem diese vereinfachte und wohl ungenaue Erklärung nicht genügt, dem empfehle ich diesen Link:


Weiter gehen wir zur Talstation der Fløibahn. Als wir aber sehen, dass sich schon eine ziemlich lange Warteschlange gebildet hat, verwerfen wir die Absicht definitiv, auf den 319 m hohen Gipfel zu fahren. (Haben aber damit gerechnet, da ich ja schon im KF-Forum über diesen möglichen Andrang gelesen habe!)
Die Warteschlange geht nach rechts nochmals soweit!

Aber wir sind ja flexibel und laufen einfach weiter in die Lille Övregaten Strasse.

Irgendwann landen wir in der großzügig angelegten Fußgängerzone Torgalmenning.


Die Johanneskirche mit dem Tele von der Fussgängerzone aus aufgenommen.
Nun melden sich unsere Mägen und wir landen doch tatsächlich in einem amerikanischen Schnellimbiss.
Danach spazieren wir Richtung “Torget” zurück zum Hafen von Bergen. “Torget” ist der Marktplatz am Ende des Hafenbeckens. Einerseits werden einheimische Produkte wie Strickwaren mit norwegischen Mustern, Marmeladen (z.B. aus Moltebeeren), allerlei mehr oder weniger kitschige Souvenirs, aber v.a. natürlich auch fangfrische Meeresprodukte angepriesen.


Um zu unserem Schiff zu kommen, müssen wir nochmals bei Bryggen vorbei, wo wir draußen in Selbstbedienung ein Bier und eine Cola trinken. Wenn ich mich recht erinnere, hat das umgerechnet etwa € 14.-- gemacht! Jedenfalls war’s sogar teurer als bei uns in der Schweiz.

17. Tag, Mittwoch 19.8.2009
Seetag. Wegen einer letzten Sehenswürdigkeit, ist noch einmal früh Aufstehen angesagt. Um 07:00 Uhr beginnt die Einfahrt in den Lysefjord, welcher sich östlich von Stavanger befindet und vom Høgsfjord abzweigt.


Das Ziel dieser Passage ist der Prekestolen oder Preikestolen (norw. für Kanzel oder Predigerstuhl). Dieser Felsen springt sozusagen in einer rechteckigen Form aus der Felswand heraus. Das Plateau liegt auf 604 m Höhe und ist eines der am meisten besuchten Ziele in Norwegen. Aber von unten nach oben betrachtet, ist diese Felswand schon sehr beeindruckend!




Hier wendet dann die MS Albatros und wir fahren nun endgültig Richtung Bremerhaven, zurück an unseren Ausgangspunkt.
Nun heißt es “ein letztes mal noch…” z.B. Frühschoppen. Heute wird auch die Seekarte verlost. Seit ein paar Tagen kann man sich für € 5.-- daran beteiligen. Das Geld kommt dann der Besatzung zugute. Aber leider, leider kein Glück gehabt, jemand anders darf das ca. 1 x 1,5 m große Kunstwerk bei sich zu hause aufhängen.


Nach dem Mittagessen gehen wir einer nach dem anderen wehmütig die Koffer packen. Am späten Nachmittag lege ich mich dann auf eine Liege auf dem Promenadendeck, genieße die Sonne, blicke aufs Meer hinaus und sinniere über die wirklich ganz tolle und leider zu Ende gehende Reise nach.

Passend findet heute Abend der Abschieds-Cocktail und das Abschieds-Dinner statt.

18. Tag, Donnerstag 20.8.2009



Bremerhaven. Schon ca. 07:00 Uhr Ankunft in Bremerhaven. Natürlich werden wir nicht jetzt schon von Bord geschmissen, wir können noch zum letzten Mal Frühstücken und verlassen dann um 09:00 Uhr das Schiff.
Und jetzt eben das Ganze rückwärts: Koffer holen, mit Taxi zum Bahnhof und mit dem Zug (umsteigen in Bremen und Hannover) nach Basel fahren.
Dort kommen wir kurz vor 19:00 Uhr an und es erschlägt uns fast: 35 °C!
Hat man uns natürlich schon vorgewarnt, aber wenn man aus der Kälte kommt, ist das schon ein Hammer. (Obwohl es heute in Norddeutschland auch schon angenehm warm war :-D )
Hier in Basel haben wir jetzt halt nur noch den Rhein!

2 Kommentare:

  1. Klasse! Dankeschön! Da kommen Erinnerungen hoch.

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  2. C+C
    Was für ein herrlicher Reisebericht, da werden so viele Erinnerungen wach!
    Vielen Dank und - voller Vorfreude - bis August :-)
    Christine

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